Einheit in Vielfalt
Ökumene in Berlin

Die »Verborgene Kirche« will nicht nur ein Ort der Spiritualität im Zentrum Berlins sein, sondern trägt darüber hinaus eine ambitionierte Vision in die Mitte einer kirchenfernen Stadt: Hier soll die Ökumene für Menschen erlebbar und die Einheit der Christen spürbar werden.

Die vielfältigen Bemühungen um eine Annäherung der verschiedenen christlichen Konfessionen haben in den letzten Jahrzehnten immer wieder vor Augen geführt, wie komplex und schwierig der Weg zur Einheit der Christen ist.

Gemeinsamer Alltag als verbindendes Element

Sankt Adalbert setzt auf die Kraft des konkreten Miteinanders im Alltag. Es ist das Vertrauen, dass das gemeinsame Gebet, das gemeinsame Leben und das gemeinsame Miteinander-Wachsen etwas Neues entstehen lassen kann, das in die Zukunft weist.

 

 

Lebenslernort Studentenwohnheim

Ökumene ist kein Selbstläufer. Die Überwindung der theologischen, historischen und kulturellen Gräben ist eine herausfordernde Aufgabe, der sich die Gemeinschaft Chemin Neuf seit 40 Jahren stellt. In der katholischen Gemeinschaft leben auch Protestanten, Orthodoxe, freikirchliche Christen, und gemischt konfessionelle Ehepaare. Die Gemeinschaft Chemin Neuf hat dabei wertvolle Erfahrungen sammeln können. Eine davon ist, dass das Gemeinschaftsleben eine besonders prägende Wirkung entfalten kann, wenn es in die Zeit des Studiums fällt. Das Studentenwohnheim, das integrierter Bestandteil von St. Adalbert ist, bietet hierfür den geeigneten Ort. Die Unterschiede der Konfessionen werden im gemeinsamen Leben keineswegs verwischt. Im alltäglichen Miteinander bringt jeder seine konfessionelle Identität als Reichtum für die Gemeinschaft ein. In der Einfachheit des Miteinander-den-Tag-Verbringens liegt eine wichtige spirituelle Erfahrung. Je vertrauter einem das zunächst Fremde wird, desto leichter fällt es, Unterschiede zu akzeptieren, ohne sie abzuwerten.

 

Hoffnungsvolles Miteinander der Konfessionen

Viele Menschen verstehen nicht mehr, warum sich die unterschiedlichen christlichen Glaubensrichtungen oft unversöhnlich gegenüberstehen. „Die Suche nach der Einheit der Christen ist eine Dringlichkeit, der wir uns – heute mehr denn je – nicht entziehen können“, betont Papst Franziskus. Ein neues, hoffnungsvolles Miteinander der Konfessionen birgt auch die Chance einer glaubwürdigen Verkündigung des Evangeliums. Wenn es auf einfache, authentische Weise gelingt, in einer von Trennung geprägten Stadt wie Berlin ein Haus der Zukunft und der Versöhnung zu bauen, ist dies ein Signal, das weit über die Torstraße hinausweist.