Stadtgespräch St. Adalbert am 28. Januar 2016

Die Gemeinschaft Chemin Neuf mit dem Projekt St. Adalbert lädt gemeinsam mit dem Ökumenischen Rat Berlin-Brandenburg und der Initiative „Gemeinsam für Berlin e.V.“ zum Stadtgespräch St. Adalbert am 28. Januar 2016, 20 Uhr, mit dem Thema „Von der Nothilfe zum Miteinander. Wie kann unser Zusammenleben mit den Geflüchteten gestaltet werden?“ ein.

Auf dem Podium:

  • * Amill Gorgis(Ökumene-Beauftragte der Syrisch – Orthodoxen Kirche in Berlin)
  • * Dr. Bianca Dümling (Gemeinsam für Berlin, Interkulturelle Arbeit)
  • * Klaus-Peter Licht (Leiter der Arbeitsgruppe Ehrenamt im Landeskoordinierungsstab Flüchtlingsmanagement)
  • * Dirk Pung-Jakobsen (Freedomus e.V., Gemeinde Herz Jesu / St. Adalbert)

Moderation:
Pfarrer Axel Nehlsen, Geschäftsführer von Gemeinsam für Berlin.

Donnerstag, 28. Januar 2016, 20 Uhr
Kirche St. Adalbert, Torstraße 168, 10115 Berlin

 

„Wir haben aus unserer Geschichte wirklich gelernt“

Im Ökumenischen Zentrum St. Adalbert zeigte Filmemacher Silvère Lang seinen Film über die Friedliche Revolution - das Thema ging vielen der Zuschauer sehr nah

© K. Heinz Müller, Leipzig 1989

„Ich bin wirklich ergriffen.“ Die junge Frau war sichtlich bewegt. Sie hatte eben den Film „Die friedliche Revolution“ von Silvère Lang im Ökumenischen Zentrum St. Adalbert gesehen. Sofort tauchte die Verbindung zu ihrer eigenen Familiengeschichte auf: Ihre Eltern, erzählte sie bei der Diskussion im Anschluss, lebten als gläubige Katholiken in der DDR. „Emotional war ich den ganzen Film über sehr bei ihnen.“ So bald wie möglich will sie die Dokumentation noch einmal gemeinsam mit ihren Eltern anschauen und genau nachfragen, wie die Familie diese Zeit des Umbruchs erlebt hat.

So wie die junge Zuschauerin empfanden viele im Publikum an diesem Abend, zu dem das ökumenische Zentrum St. Adalbert und die Gemeinschaft Chemin Neuf eingeladen hatten: Der halbstündige Film hatte Denkanstöße gegeben und dabei eine spirituelle Dimension geöffnet. Inhaltlich spürt die Dokumentation den Ursprüngen des gewaltlosen Widerstands nach, der schließlich im Jahr 1989 zur politischen Wende und zur Wiedervereinigung Deutschlands geführt hatte.

© K. Heinz Müller, Leipzig 1989

Sowohl Regisseur Lang als auch viele seiner Protagonisten waren gekommen, um mit dem Publikum zu diskutieren. Moderiert wurde der Abend von Schwester Michaela von der Gemeinschaft Chemin Neuf. „Dieses Thema geht uns immer wieder nah“, betonte Schwester Michaela, „Die große Mehrheit derer, die hier sind, verbinden damit sehr wichtige Momente ihres Lebens.“

Der Film zeichnete in einer Mischung aus Interviews und historischen Aufnahmen den Weg von der Nachkriegszeit bis zur politischen Wende nach. Zeitzeugen wie Wolfgang Thierse oder Gabriele Müller, Ehefrau des verstorben Fotografen der Demonstration des 9. Oktober 1989 in Leipzig, kamen ebenso zu Wort wie etwa Joseph und Elisabeth Tscherner, seit vielen Jahrzehnten Gemeindemitglieder von St. Adalbert und Herz Jesu in Berlin. Sie alle ergänzten im Gespräch nach dem Film ihre damaligen Eindrücke durch weitere Erzählungen oder schlugen den Bogen zur Gegenwart. Etwa Wolfgang Thierse: wenige Stunden zuvor war er aus Kairo zurückgekommen, wo er Vorträge zu 25 Jahre Mauerfall gehalten hatte. „Gerade im Vergleich zu Ägypten wurde mir wieder einmal klar, in welch gutem Land wir hier leben“, verdeutlichte der ehemalige Bundestagspräsident, „Wir sind nicht das Paradies auf Erden, aber wir haben aus unserer Geschichte wirklich gelernt.“ Er erlebe die Mehrheit der Bürger dieses Landes gelassener, weltoffener, selbstbewusster und freundlicher.

© K. Heinz Müller, Leipzig 1989

Wie ist diese Einheit, diese friedliche Revolution, überhaupt möglich geworden? „Es gibt keine richtige Erklärung für diese Entwicklung“, sagte Nathalie Weis, Historikerin und Mitglied bei der Gemeinschaft Chemin Neuf. Aus dem westlichsten Teil Deutschlands kommend hat sie ihr Studium im Herbst 1989 begonnen und im Lauf der Jahre immer wieder zum Phänomen der Wiedervereinigung geforscht. „Vielleicht ist das etwas, in dem wir das Wirken Gottes sehen können“, sagte sie.

Silvère Langs Film wird in 20 Sprachen übersetzt und durch das Internationale Netzwerk Net For God in 70 Ländern verbreitet. An 650 Orten dieser Welt wird die Dokumentation zu sehen sein. „Ich wünsche mir, dass sich die Zuschauer von der Botschaft des Filmes rühren lassen und einen Weg zum Frieden gehen können“, sagte Dokumentarfilmer Lang. Von diesem Abend kann man sagen, dass sich Silvère Langs Wunsch erfüllt hat.

Text: Christiane Bertelsmann www.christiane-bertelsmann.de

Norbert Lammert: „Europa ist unsere gemeinsame Zukunft“

Griechenland, die Flüchtlingsfrage und die Problematik der Solidarität in einem vereinten Europa: Bei einem Gesprächsabend am 2. Juli 2015 in St. Adalbert diskutierten Studierende mit Bundestagspräsident Norbert Lammert.

Oskar Rodriguez Fernandez, Angela Pilath, Bundestagspräsident Prof. Norbert Lammert, Eva Hinz

Er kam dann doch: Kurz vor halb zehn abends stoppte der Dienstwagen von Bundestagspräsident Norbert Lammert vor dem Ökumenischen Zentrum St. Adalbert in der Berliner Torstraße 168. Zum Diskussionsabend eingeladen hatte die Gemeinschaft Chemin Neuf. Lammert hätte schon anderthalb Stunden früher zum Diskussionsabend da sein wollen, doch die aktuellen Ereignisse in Europa verzögerten seine Ankunft: Der Bundestagspräsident musste noch bei namentlichen Abstimmungen sein Votum abgeben. Auch im Parlament ging es um Europa – so wie beim Diskussionsabend in St. Adalbert, der im Rahmen der Reihe „Geist für die Metropole“ stattfand. Die Idee diesmal: Junge Studierende aus europäischen Ländern befragen Bundestagspräsident Lammert zu europäischen Themen: „Was ist Europa wert, Herr Lammert?"

Moderatoren aus Spanien, Polen, Deutschland mit Prof. Norbert Lammert.

 

Die Zeit bis zum Norbert Lammerts Ankunft überbrückten die Veranstalter bravourös. Drei Studierende aus dem Umfeld der Gemeinschaft Chemin Neuf – die späteren Diskussionspartner Lammerts – führten durch den Abend: Angela Pilath, die gerade an der University of Oxford promoviert, Eva Hinz, Humangeographie-Studentin in Frankfurt und der aus Spanien stammende Politik-Student Oscar Rodriguez Fernandez moderierten charmant und locker -  als würden sie tagtäglich ein wartendes Auditorium auf den Gast des Abends vorbereiten.

 

Ein Film über Robert Schuman, den geistigen Vater der Europäischen Union, vergegenwärtigte den Zuhörern den europäischen Grundgedanken. Eva, Oscar und Angela sammelten danach im Publikum Fragen: Was begeistert euch an Europa? Wie erlebt ihr innereuropäische Solidarität? Das Publikum – Studierende, Gemeindemitglieder, Interessierte, die gut zwei Drittel des Kirchenschiffs füllten - machte lebhaft mit, so dass bis zu Lammerts Ankunft jede Menge Themen parat waren.

 

 

Im Gespräch mit den Studierenden zeigte sich Bundestagspräsident Lammert als überzeugter Vertreter der Europapolitik. „Für mich ist Europa, verstanden als Prozess der politischen Integration europäischer Nationalstaaten, die mit Abstand wichtigste Innovation des 20. Jahrhunderts“, machte der protokollarisch gesehen zweite Mann im Staat gleich zu Beginn des Gesprächs deutlich.

 

Auf viele Fragen antwortete Lammert aus einer ausgewogenen Perspektive. Ja, er könne beide Seiten verstehen – die griechische Bevölkerung, die sich von der EU zu hart behandelt fühle, aber auch etwa die baltischen Staaten. Allerdings könne Griechenland nicht Ansprüche stellen ohne seinen Verpflichtungen nachzukommen. Dennoch, ein Super-GAU – diesen Begriff brachte Oscar in Bezug auf die momentane krisenhafte Situation in Griechenland ein – davon könne nicht die Rede sein. Super-GAUs seien die beiden Weltkriege gewesen. „Jetzt reden wir nur über Geld, das ist eine ganz andere Kategorie“, stellte Lammert klar.

 

Oscar Rodriguez Fernandez, Angela Pilath, Prof. Norbert Lammert

Die Frage nach der intereuropäischen Solidarität in Bezug auf die Aufnahme von Flüchtlingen schob der CDU-Politiker in einen globalen Kontext: „Unter den zehn Ländern, die weltweit am meisten Flüchtlinge aufgenommen haben, ist kein einziges europäisches Land.“ Wohl aber sei die Verteilung innerhalb Europas extrem ungleich, da drei Viertel aller hierher kommenden Flüchtlinge nur auf fünf von insgesamt 28 europäischen Ländern verteilt worden seien. Lammert: „Da ist Europa offenkundig nicht solidarisch.“

Auch die Ukraine-Krise und der aufkommende Nationalismus wurden kurz gestreift. Zu letzerem meinte Lammert, so lange der sich im gesetzlichen Rahmen bewege, müsse man als Demokrat sowohl Rechts- als auch Linksextremismus aushalten, so schwer es auch mitunter fällt.

Rege Beteiligung aus dem Publikum

Zum Schluss die Kernfrage: Was ist Europa wert? Hier zeigte sich Norbert Lammert ganz als überzeugter, stolzer Europäer: „Europa ist unsere gemeinsame Zukunft. Was hier stattfindet, wird von vielen Ländern außerhalb Europas als Modell für eigene Überlegungen verstanden.“

Aktueller als es an diesem Abend Vertreter der Gemeinschaft Chemin Neuf als Veranstalter an diesem Abend getan haben, hätte man ein Thema nicht platzieren können.

Mehr Bildeindrücke: www.facebook.com/projekt.st.adalbert

 

 

Was ist Europa wert, Herr Lammert?

In diesen Tagen ist die Europäische Union besonders gefordert: Nicht nur die Diskussion um die Öffnung der europäischen Grenzen zur Aufnahme von Flüchtlingen, sondern auch die Schuldenkrise in Griechenland beschäftigen die EU-Parlamentarier. Im Ukraine-Konflikt ist ebenfalls noch keine Lösung in Sicht. Und das sind nur drei von zahlreichen anderen Themen, die die EU derzeit umtreibt.

 

Mit Bundestagspräsident Norbert Lammert diskutieren am 2. Juli 2015 um 20 Uhr im ökumenischen Zentrum St. Adalbert, Berlin Mitte, junge Erwachsene über die Zukunft Europas. Denn die Frage nach der europäischen Identität und nach gemeinsamen Wertevorstellungen ist momentan besonders aktuell. Neben der Griechenland-Krise und dem Ukraine-Konflikt wird natürlich die Flüchtlingsfrage zu einem der zentralen Diskussionsgegenstände werden. Aber es wird auch darum gehen, inwieweit junge Erwachsene der europäischen Politik vertrauen und wie sie etwa den Umgang der EU-Politiker mit dem scheinbar erstarkenden Nationalismus beurteilen.

 

Zu den Gesprächspartnern Bundestagspräsident Lammerts gehören spanische, französische, polnische und deutsche Studierende, von denen sich einige in der Gemeinschaft Chemin Neuf engagieren.

 

 

Worauf gründet sich die Zukunft Europas?
Identitätsfindung durch gemeinsame Werte?
 

© www.strukturierter-dialog.de, kallejipp, Photocase

Digitale Welt / Analoge Stadt - was uns zusammenhält

Impressionen des Stadtgespräch St. Adalbert mit Vertretern der Start-Up Szene ...

Kurze Version (ca. 2 Minuten)

Lange Version (ca. 14 Minuten)

Internationaler Paradise-Abend für Junge Erwachsene

Herzliche Einladung an alle 18-30 Jährigen zum Internationalen Paradise-Abend in Berlin-Mitte in St. Adalbert am 22. Mai 2015 ab 20 Uhr!

*** Live Musik *** Crêpes & Cocktails im Hof *** Strandatmosphäre ***
*** Raus aus dem Alltag, rein in die Kirche *** Vorstellung des Internationalen Festivals "Welcome to Paradise" *** www.welcometoparadise.fr/de

Paradise-Abend Berlin Video: www.youtube.com/watch?v=yO2c3fXEto4

Papst Franziskus als CEO beim Startup Kirche

Beim Gesprächsabend „Digitale Welt/ Analoge Stadt“ im ökumenischen Zentrum  St. Adalbert trafen sich kirchlich engagiert Menschen und Online-Experten bei einer für beide Seiten bereichernden Diskussion.

Cedrik Neike, Linda Guddat, Moderator Christian Marx, Markus Hipp und Dennis Hoenig-Ohnsorg

Vom Café St. Oberholz, schon seit Jahren die zweite Heimat der digitalen Bohème, bis zur Kirche St. Adalbert läuft man kaum fünf Minuten. Und doch scheinen die zwei Welten so verschieden, dass man nicht damit rechnet, Schnittmengen zu finden.

Beim vom Projekt St. Adalbert, dem Ökumenischen Rat Berlin Brandenburg und der Initiative „Gemeinsam für Berlin“ veranstalteten Gesprächsabend im Ökumenischen Zentrum St. Adalbert sollten sich diese beiden Welten begegnen.

David Diallo, Cedrik Neike und Linda Guddat

Es gelang. Auf dem Podium diskutierten, moderiert durch den Journalisten Christian Marx, Berliner Online- und Kommunikationsexperten. Unter den Zuhörern waren einige junge Frauen und Männer, die bei Startup-Unternehmen arbeiten, und sogar zwei Große der Szene: David Diallo und Philip Siefer. Diallo, nach dem Verkauf des von ihm gegründeten Portals myphotobook.com Vorstand bei der gemeinnützigen Noah-Foundation, gab zu, dass er bisher noch nichts von der Existenz von St. Adalbert gewusst hatte: „Ich wohne hier seit zehn Jahren und war noch nie hier.“ Philip Siefer betreibt in Berlin das Startup stickvogel-com. Im Lauf der Diskussion mit den nicht durchgehend Startup-affinen Zuhörern bekannte er, er fühle sich „wie in einer Vergangenheits-Talksshow“

Inzwischen war auf dem Podium Berlin als Kulminationspunkt der Startup-Szene Thema. „Ich möchte Berlin zu einem besseren Ort machen“, so Podiumsgast Linda Guddat, Projektleiterin des Think-and-Do-Tanks Futurminded. In der Stadt, auch in der Kirche, seien unterschiedliche Beweger. So könne eine Ermutigungskultur und Innovation entstehen. Um das möglich zu machen, brauche es einen physischen Ort.

Cedrik Neike, Linda Guddat, Moderator Christian Marx, Markus Hipp und Dennis Hoenig-Ohnsorg

Schnell kam man auf spirituelle Themen: „Was ist es, das die Menschen in einem Unternehmen über das Geldverdienen hinaus verbindet?“ fragte Cedric Neike von Cisco Systems. Dennis Hoenig-Ohnsorg vom Netzwerk Ashoka berichtete von dem Ethik-Retreat-Tag, den sein Unternehmen eingeführt habe. Der diene dazu, ethische Themen anzusprechen, für die sonst nie Zeit sei. „Die Sinnsuche der Menschen nimmt zu“, sagte er. Und der Wunsch, Geld, das ein Unternehmen verdiene, in sinnvolle Projekt zu stecken. Social entrepreneurship. „Wir leben auf einer Insel der Glückseligkeit in Deutschland“, sagte Cedric Neike in Anspielung auf die vergleichsweise guten hiesigen Arbeits- und Lebensbedingungen, „Wir haben eine globale Verantwortung. “

David Diallo und Cedrik Neike

Und welche Rolle hat die Kirche in diesem Zusammenhang? Chancen der Zusammenarbeit gebe es, da waren sich die Podiumsteilnehmer einig. Aber, so David Diallo: „Die Leute machen eher Yoga als dass sie Orte der Besinnlichkeit aufsuchen würden. Der Zug ist der Kirche ganz schön schnell davongefahren.“ Auch BMW-Stiftungs-Vorstand Markus Hipp, selbst Katholik, sah Optimierungsbedarf: „Kirche muss eine Transformation erleben“, sagte er. Zöge man die Kirche  wie ein Startup auf - mit einem Visionär wie Papst Franziskus als CEO -  stünden die Chancen gut, meinte Philip Siefer

Auch wenn Siefers Gedankenspiel auf die Kirche nicht eins zu eins übertragen werden kann – der Abend war für beide Seiten gewinnbringend. Linda Guddat fasste es so zusammen: „Wer in andere Welten geht, kommt bereichert zurück.“

Text: Christiane Bertelsmann

 

Digitale Welt / Analoge Stadt – was uns zusammenhält

18. März 2015, 19.30 Uhr: Diskussionsabend über die Chancen und Grenzen im digitalen Zeitalter, Startups in Berlin und soziale Verantwortung.

Twitter-Gottesdienste, Seelsorge im Live-Chat oder Online-Kollekten – auch im kirchlichen Kontext ist die digitale Welt angekommen.Bei einer Diskussionsveranstaltung am 18. März 2015 im ökumenischen Zentrum St. Adalbert in Berlin Mitte diskutieren Online- und Kommunikationsexperten die Frage der sozialen Verantwortung von Online-Unternehmen für Stadt und Gesellschaft. Veranstaltet wird der Abend vom Projekt St. Adalbert gemeinsam mit dem Ökumenischen Rat Berlin Brandenburg und der Initiative „Gemeinsam für Berlin“.

Inzwischen haben sich immer mehr Digitalunternehmen auch darauf spezialisiert, Lösungsmöglichkeiten für gesellschaftliche Probleme zu finden. Ob der digitale Wandel einen neuen Raum von Begegnung und Interaktion schaffen kann und wo sich Kirche und digitale Welt treffen, werden Themen des Gesprächsabends sein – der nicht ohne Grund in Berlin Mitte stattfindet. Denn was die Anzahl an Startup-Unternehmen angeht, ist Berlin bundesweit Spitzenreiter. Laut deutschem Startup-Monitor 2014 sitzen die umsatzstärksten Startups mit einem Jahresumsatz von jeweils mehr als zehn Millionen Euro vor allem in der Hauptstadt. Gleichzeitig wächst die Zahl an sogenannten Social Startups, die mit nachhaltigen und sozialen Geschäftsideen werben. Wie dieser Wirtschaftszweig das Leben in der Stadt verändert und was religiöse Gemeinschaften und Menschen, die vor allem in digitalen Welten arbeiten, voneinander lernen können - darüber werden sich Gäste und Besucher der Podiumsdiskussion austauschen.

Podiumsgäste:

  • Linda Guddat, Projektleiterin beim Think-and-Do Tank Futurminded
  • Markus Hipp, geschäftsführender Vorstand der BMW-Stiftung Herbert Quandt
  • Dennis Hoenig-Ohnsorg, verantwortlich für das Themenfeld Talent beim Netzwerk  Ashoka Deutschland
  • Cedrik Neike, Senior Vice President Global Service Provider Delivery beim Telekommunikationsunternehmen Cisco Systems

+++  Experten aus dem Publikum: David Diallo und Philip Siefer. +++

Moderation: Christian Marx, politik digital e.V.

18. März 2015, 19.30 Uhr, St.-Adalbert-Kirche, Torstraße 168, 10115 Berlin-Mitte

www.facebook.com/projekt.st.adalbert

 

Impressionen des Tarme & Band Familienkonzertes

Gemeinsam essen, singen, feiern - ein stimmungsvoller Nachmittag für die Familie.

Ein Konzert zum Mitmachen.

Musikalische Interaktion für Groß und Klein.

 

Familienkonzert: Was ist es, was uns wirklich vereint?

Am 28. Februar 2015 um 15.00 Uhr lädt Singer-Songwriterin Tarme & Band zu einem Familienkonzert für Klein und Groß ein. "Lass uns Tanzen" ist nicht nur der letzte Titel ihres neuen Albums, sondern zwischendurch auch fröhliches Programm eines gemütlichen Nachmittages.

Familienkonzert und Recordreleaseparty "Was ist es, was uns wirklich vereint?"

28.02.2015 um 15.00 Uhr - Kaffee und Kuchen und um 16.00 Uhr Konzertbeginn

KONZERT FÜR DIE GANZE FAMILIE: Poetischer Pop und Songwriting für die Großen, moderne Songs für Teenies und Jugendliche, tolle Kinderlieder

Die Musiker haben selbst Kinder - aus ihren Erfahrungen heraus haben sie ein Familienkonzept entwickelt und innerhalb ihres Konzertprogrammes, mit ihren Songs für die Großen, eigene Kinderlieder eingebunden: Ein interessantes "cross-over"- Projekt zwischen pop orientiertem Songwriting und schöner Kindermusik.

Hörbeispiele:

https://soundcloud.com/tarme/eiskristall,

https://soundcloud.com/tarme/rerec-lassesnichtgeschehenmx10-19,

https://soundcloud.com/tarme/rerec-nodifference04mx-18

Weitere Hörbeispiele und Lifevideos: www.tarme.de.

 

„Zur Ökumene gibt es keine Alternativen“

Einheit und Zusammenwachsen: In einem Vortragsabend in St. Adalbert spricht Metropolit Augoustinos über die Ökumene – und das geplante panorthodoxe Konzil

Besser hätte die Zusammensetzung der Zuhörer das Thema des Gesprächsabends im ökumenischen Zentrum Sankt Adalbert nicht widerspiegeln können: Im Rahmen der Gebetswoche für die Einheit der Christen ging es um Orthodoxie. Als Zuhörer gekommen waren russisch-, griechisch-, bulgarisch-, antiochenisch-, koptisch-, und armenisch-orthodoxe Christen – Katholiken und  Protestanten waren auch dabei. Gelebte Ökumene.

Metropolit Augoustinos von Deutschland, der extra für diesen Abend aus seinem Amtssitz in Bonn nach Berlin angereist war, zeigte sich als engagierter Verfechter der Zusammenarbeit der christlichen Konfessionen: „Es gibt keine Alternativen zur Ökumene, so wie die Welt aussieht. Das sind wir ihr schuldig.“ Auf dem Weg zur Ökumene brauche man aber vor allem eines: Geduld. Und man müsse gewillt sein, die anderen richtig kennenzulernen, betonete Augoustinos. Er habe in seinem Leben die Möglichkeit dazu gehabt, denn er verbrachte viele Jahre in unterschiedlichen Ländern. Davon zehre er heute noch: von Begegnungen mit  Menschen muslimischen Glaubens in Istanbul, mit Katholiken in Österreich. Und mit Protestanten oder auch mit Glaubensskeptikern im Westberlin der 70er Jahre, wo er als Gemeindepfarrer ebenfalls für die Ostgemeinden zuständig war.

Von der Idee, ein Jugendkloster in St. Adalbert zu etablieren, zeigte sich der Geistliche sehr angetan: „Ich finde es großartig, dass sich so viele junge Menschen hier in St. Adalbert mit der Ökumene beschäftigen. Und ich bin Ihrer Einladung gefolgt, damit wir uns finden, uns kennenlernen und, so Gott will, zusammenkommen.“

 In einem Vortrag hatte Metropolit Augoustinos seinen Zuhörern die Bedeutung des für 2016 geplanten panorthodoxen Konzils nahegebracht. Das Große und Heilige Konzil, so der offizielle Name, werde bereits seit 90 Jahren geplant. „Einige Themen haben sich inzwischen überholt“, gab Augoustinos zu. Doch auch diejenigen unter den Zuhörern, die noch wenig über dieses Konzil gehört hatten, wussten danach um die Wichtigkeit dieses Treffens. „Man könnte es mit dem Gipfeltreffen der G8 vergleichen“, so Metropolit Augoustinos. Er sieht im geplanten Konzil eine Chance, die Einheit der orthodoxen Kirche weiter zu befördern. Doch man hörte ihm an, dass er so seine Zweifel am tatsächlichen Zustandekommen des Konzils hat. Bis Ostern 2015 müssten die Beschlussvorlagen vorliegen, und da gebe es noch erhebliche Lücken. Augoustinos: „Es braucht noch viele Gebet, um zum erwünschten Konzil zu gelangen.“

Das selbe ließe sich für den Weg zur Ökumene sagen – auch wenn man nach Abenden wie diesen das Gefühl hat, schon ein ganzes Stück weiter gekommen zu sein.

Text: Christiane Bertelsmann

Medienecho:

www.domradio.de/themen/oekumene/2015-01-24/metropolit-augoustinos-zum-konzil-2016

 

Vorschau nächste Veranstaltung:

28. Feburar 2015, 15.00 Uhr - Konzert für die ganze Familie:  "Was uns vereint"

Poetischer Pop und Songwriting für die Großen
Eigene und bekannte Kinderlieder für die Kleinen

TARME vocals/comp./words
UWE MATSCHKE piano/arrangement/comp.
SERGE RADKE accustic bass
DENIS STILKE drums/percussion

 

Ein.Blick in die Orthodoxie

Am 23. Januar 2015 um 20 Uhr wird Metropolit Augoustinos im Ökumenischen Zentrum St. Adalbert einen Vortrag über die orthodoxe Kirche und ihre Bedeutung halten.

Veranstaltet wird der Abend vom Projekt St. Adalbert und der Gemeinschaft Chemin Neuf imRahmen der Gebetswoche für die Einheit der Christen.

Die griechisch-orthodoxe Kirche ist die größte der orthodoxen Kirchen und die drittgrößte christliche Kirche in Deutschland – und sie wächst. Nach Aussage von Metropolit Augoustinoskamen durch Einwanderer jährlich bis zu 20.000 neue Gläubige nach Deutschland, die meisten von ihnen aus Griechenland und Rumänien. Insgesamt gibt es heute 1,5 Millionen orthodoxe Christen in Deutschland.

Metropolit Augoustinos gilt als Förderer der deutsch-griechischen Freundschaft und des ökumenischen Dialogs. Außerdem engagiert sich der gebürtige Grieche für das Gespräch mit  dem Judentum und dem Islam. Dabei liegt ihm die Überwindung jeder Form des Fanatismus, insbesondere des religiösen Fanatismus, besonders am Herzen. Im Anschluss an den Vortrag ist Raum für Diskussion und Fragen.

Augoustinos steht seit 1980 der griechisch-orthodoxen Metropolie von Deutschland vor und ist Vorsitzender der Orthodoxen Bischofskonferenz in Deutschland. Er studierte unter anderen bei Joseph Ratzinger, dem späteren Papst Benedikt XVI., Theologie. Als Priester in West-Berlin betreute er die orthodoxen Christen im Ostteil der damals geteilten Stadt.

Text: Christiane Bertelsmann

 

Grenzen überschreiten, aufeinander zugehen

Durchaus kritisch diskutierten Politiker und Theologen beim Stadtgespräch in St. Adalbert ihre Erfahrungen 25 Jahre nach dem Mauerfall.

Es war ein Abend mit Erinnerungen an die Vergangenheit und an das unterschiedliche Erleben des Mauerfalls. Es war aber auch ein Abend, in dem kritisch Bilanz gezogen wurde. Am 20. November waren die Politiker Wolfgang Thierse und Bettina Jarasch sowie Weihbischof em. Wolfgang Weider, Propst i.R. Karl-Heinrich Lütcke und Pfarrer Thomas Jeutner zusammengekommen, um über 25 Jahre Mauerfall zu sprechen. Dabei kamen unterschiedliche Erfahrungen aus ost- und westdeutscher Perspektive zur Sprache.

ARD- Kulturkorrespondentin Maria Ossowski führte souverän und sensibel durch den Abend und gab auch den zahlreichen Zuhörern am Ende die Möglichkeit, Fragen zu stellen und ihr Erleben einzubringen.

„Wir sind ein anderes Deutschland geworden“, stellt Politikerin Bettina Jarasch fest. Die Rolle der Kirchen bestehe darin, über Möglichkeiten des gesellschaftlichen Zusammenhalts zu sprechen – zum Beispiel bei Veranstaltungen wie  dieser Reihe "Stadtgespräch St. Adalbert - Was die Stadt zusammenhält". Jarasch: „Es braucht eine Kirche, die sich einmischt, aber auf eine suchende Weise.

Von der eigenen Biographie und der persönlichen Geschichte zu erzählen, sei wichtig, und zwar nicht nur für Menschen aus Ost und West, sondern auch für das Zusammenleben mit Migranten, so Wolfgang Thierse, der sich wieder einmal als routinierter Diskussionsteilnehmer erwies. Es dürfe aber nicht beim Reden bleiben – auch Zuhören sei wichtig – und Christenpflicht. „Christsein ist Da-Sein für andere“, so Thierse.

In der Kapelle der Versöhnung  plane man deshalb, in Zukunft bei den Mittagsandachten nicht nur an die Schicksale von Menschen zu erinnern, die auf der Flucht von Ost- nach Westdeutschland zu Tode kamen, sondern auch an heutige Flüchtlingsschicksale, sagte Thomas Jeutner. Er ist seit einem Jahr Pfarrer in der Versöhnungsgemeinde. „Wir wollen an die Menschen denken, die an den Grenzen Europas scheitern“, sagte Jeutner.

Vorurteile abbauen und Grenzen überschreiten. Grenzen zwischen Ost und West, zwischen Verlierern und Gewinnern der Dynamik dieser Stadt, zwischen Migranten und Nicht-Migranten, wie Bettina Jarasch betonte: „Wir müssen über Zusammenhalt sprechen – und über Menschenwürde.“ Beim Stadtgespräch in St. Adalbert wurde in dieser Richtung zumindest ein erster Aufschlag gemacht.

Text: Christiane Bertelsmann

Stadtgespräch St. Adalbert: was die Stadt zusammenhält - 25 Jahre nach dem Mauerfall

Diskussionsabend mit Wolfgang Thierse und der Grünen-Politikerin Bettina Jarasch, mit Weihbischof em. Wolfgang Weider, Propst i.R. Karl-Heinrich Lütcke und Pfarrer Thomas Jeutner – Termin: 20. November 2014, 19.30 Uhr im Ökumenischen Zentrum St. Adalbert

Berlin -  Erinnerungen an die Zeit vor, während und nach dem Mauerfall, eine kritische Analyse der Auswirkungen dieses Ereignisses auf Gegenwart und Zukunft: All das wird beim Diskussionsabend am 20. November 2014 in St. Adalbert, Berlin Mitte, zur Sprache kommen. Ein Blick auf die Gästeliste verspricht einen spannenden Abend: eingeladen sind Vertreter aus Politik und Kirche. Etwa Wolfgang Thierse – kaum ein deutscher Politiker hat zum Thema Wiedervereinigung so viel zu sagen, so viel erfahren wie er. Thierse ist außerdem Schirmherr des Projektes St. Adalbert, das den Abend zusammen mit dem Ökumenischen Rat Berlin-Brandenburg und Gemeinsam für Berlin veranstaltet.

Diskussionsteilnehmer Wolfgang Weider war ab 1982 Weihbischof im geteilten Bistum Berlin und hat in seiner Arbeit hautnah die Auswirkungen der Mauer in der geteilten Stadt erlebt - denn das Bistum ist trotz Mauer eins geblieben. Als junger Weihbischof lebte er in der geteilten Pfarrei St. Michael, deren weitaus größter Teil 28 Jahre lang nicht mehr ihre Kirche besuchen konnte. Bis zum Fall der Mauer trug er ein Bischofskreuz, auf dem symbolisch die Trennung des Bistums durch die Mauer zu sehen ist. Der aus Tübingen stammende evangelische Theologe Karl-Heinrich Lütcke hat in den Jahren nach der Wiedervereinigung zunächst als Vakanzverwalter das Propstamt der Westregion der evangelischen Landeskirche übernommen. Gemeinsam mit Hans-Otto Furian, dem Propst der Ostregion, übte er das Amt aus und wurde 1996 zum Propst für die gesamte evangelische Landeskirche gewählt.

Der evangelische Pfarrer Thomas Jeutner engagierte sich in der Bürgerrechtsbewegung und erlebte den Fall der Mauer in der grenznahen Oderberger Straße in Ost-Berlin. Heute ist er Pfarrer der Versöhnungsgemeinde an der Bernauer Straße. Die fünfte Diskussionsteilnehmerin, Bettina Jarasch, Berliner Landesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, ist in Augsburg aufgewachsen und bringt so die westdeutsche Perspektive in die Diskussion. Moderiert wird der Abend von der ARD-Kulturkorrespondentin Maria Ossowski.

Veranstaltungsort des im Rahmen der Reihe Stadtgespräch St. Adalbert stattfindenden Diskussionsabends ist die St.-Adalbert-Kirche. In St. Adalbert plant die Gemeinschaft Chemin Neuf eine ökumenische Wohn- und Begegnungsstätte speziell für junge Menschen und Studierende. Der Fokus der Gemeinschaft liegt unter anderem auf der Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die denkmalgeschützte katholische Kirche St. Adalbert in der Torstraße 168 im Berliner Bezirk Mitte soll für die Zwecke eines Jugendklosters und einer Begegnungsstätte entsprechend umgebaut werden. Als besonderes bauliches Element sieht das zuständige Architekturbüro Welp eine Gebetshütte auf dem Dach des Wohnhauses vor. Die auf etwa 4,8 Millionen Euro geschätzten Kosten werden durch Spenden finanziert.

TERMIN:

20. November 2014, 19.30 Uhr

St. Adalbert Kirche, Torstraße 168, 10115 Berlin Mitte

Podiumsgespräch mit den Politikern Wolfgang Thierse und Bettina Jarasch sowie Weihbischof em. Wolfgang Weider, Propst i.R. Karl-Heinrich Lütcke und Pfarrer Thomas Jeutner.

Moderation: Maria Ossowski, ARD-Kulturkorrespondentin

 

 

Mutter Teresa-Vortrag: Ein Abend mit theologischer Tiefe

Über seine Zeit mit Mutter Teresa sprach Monsignore Leo Maasburg, Wegbegleiter der Ordensfrau und Präsident von missio Österreich am vergangenen Samstag in St. Adalbert. Dort war Mutter Teresa mehrfach zu Gast gewesen.

Die Faszination Mutter Teresas ist ungebrochen. Trotz Feiertags-Wochenende kamen zahlreiche Interessierte in die Torstraße 168, um in St. Adalbert mehr über das Wirken der berühmten Ordensschwester zu erfahren. Es wurde ein Abend mit theologischer Tiefe. Dafür sorgte Leo Maasburg, der für den Vortragsabend extra aus Österreich angereist war und von der Gemeinschaft Chemin Neuf eingeladen worden war. Maasburg ist Präsident von missio Österreich und hat Mutter Teresa über viele Jahre zu ihren Reisen nach Indien, Kuba und die damalige Sowjetunion begleitet und ihre Seligsprechung mit vorbereitet.

Gleich zu Beginn seines Vortrags sensibilisierte Maasburg für die - wie er sagte – „vielen Verwandtschaften“ zwischen Mutter Teresa und Papst Franziskus: Beide seien geprägt durch jesuitische Traditionen, beide postulierten eine Fröhlichkeit, ja Zärtlichkeit des Glaubens. Bei Papst Franziskus zeige sich das in Aussprüchen wie „mit Jesus Christus kommt immer und immer wieder die Freude“. Mutter Teresa sei trotz des Leides und der Schwere, die sie in ihrem Arbeitsalltag umgab, immer eine humorvolle, freudige Frau gewesen. „Sie hat ein inneres Licht gehabt und Menschen durch ihr Sein ins Herz getroffen“, sagt Monsignore Maasburg.

Sr. Borrmann und Pater Jacek Mleczko von der Gemeinschaft Chemin Neuf

Die dritte Parallele zwischen Mutter Teresa und Papst Franziskus sei die Botschaft der Einfachheit und die Verbindung zu den Armen und Ärmsten. Wobei Mutter Teresa immer wieder klar gemacht habe: Ihr müsst nicht nach Kalkutta gehen. Sucht sie mitten unter euch, auch bei euch selbst.

Father Leo, wie Leo Maasburg genannt wird, ist ein begnadeter Erzähler. Anschaulich berichtet er von den Straßen Kalkuttas, in denen die Menschen in der Gosse schliefen, viele sterbenskrank, die Körper von Parasiten befallen. Oder von seinen Reisen in die ehemalige Sowjetunion. Stundenlang hätte man man ihm noch zuhören können, doch auch für Fragen sollte noch Raum sein. Den kritischen Stimmen begegnet Father Leo mit Entschiedenheit: Alle Vorwürfe gegen Mutter Teresa seien von der Seligsprechungskommission umfassend geprüft und ausgeräumt worden. Die Ordensfrau wurde am 19. Oktober 2003 selig gesprochen – nur sechs Jahre nach ihrem Tod. Das ökumenische Heiligenlexikon bezeichnete das als „schnellste Seligsprechung der Neuzeit.“

Dass Mutter Teresas Besuche und die Gründung ihrer Schwesternschaft in St. Adalbert bis heute Strahlkraft haben, zeigte nicht nur diese Abend, sondern auch der kurze Bericht einer Zuhörerin: Ihre Tochter habe damals Mutter Teresa in Berlin kennergelernt, sei heute Mitglied des Ordens und lebe in Georgien. Zum Abschluss dankte Schwester Michaela Borrmann von der Gemeinschaft Chemin Neuf Monsignore Maasburg für den Vortrag: „Ich hatte das Gefühl, dass Mutter Teresa bei uns war.“ Mehr Lebendigkeit kann man von so einem Abend nicht erwarten.

Text: Christiane Bertelsmann

 

Vorschau Herbst

20.11.14, 19.30 Uhr    Stadtgespräch Sankt Adalbert: 25 Jahre Mauerfall

Podiumsgäste: Wolfgang Thierse, Weihbischof em. Wolfgang Weider, Propst iR. Dr. Karl-Heinrich Lütcke, Pfarrer Thomas Jeutner (Versöhnungkirche) u.a., Einheit ist ein Wunder, das jedoch nicht vom Himmel fällt: Was passierte vor 25 Jahren und wo stehen wir heute im Blick auf Ost-West?

 

 

Mutter Teresa - Vermächntnis und Hoffnung, Msgr. Dr. Leo Maasburg

Vortrag und Gesprächsabend mit Msgr. Dr. Leo Maasburg am 04.10.2014 um 19.30 Uhr in der St.-Adalbert-Kirche

 

St. Adalbert in Berlin-Mitte gehört zu einer wichtigen Wirkungsstätte von Mutter Teresa.


Die Ordens- und Missionsschwester war nicht nur mehrfach in der Gemeinde zu Gast, sondern unterhielt am Standort St. Adalbert auch eine Niederlassung ihres Ordens der Missionarinnen der Nächstenliebe.

 

Msgr. Dr. Leo Maasburg, Präsident von Missio Österreich und langjähriger Weggefährte Mutter Teresas, wird am Samstag, den 04. Oktober 2014, in einem Vortrag in St. Adalbert über seine persönlichen Begegnungen mit der Ordensschwester sprechen.

 

Zum Hintergrund: Als es Mitte der 70er Jahre zu Engpässen bei der Betreuung vieler älterer Mitglieder der Gemeinde St. Adalbert kam, baten sowohl Gemeindeglieder als auch der damalige Berliner Weihbischof Johannes Kleineidam um Unterstützung durch Schwestern des Ordens der Missionarinnen der Nächstenliebe. Kurz nach ihrem Berlin-Besuch im Jahr 1980 anlässlich des Berliner Katholikentages gründete Mutter Teresa die Niederlassung ihres Ordens auf dem Gelände der St. Adalbert-Gemeinde. Von 1981 bis 1991 waren vier Schwestern der Kongregation Missionarinnen der Nächstenliebe in der Gemeinde tätig. Mutter Teresa besuchte ihre Schwestern in dieser Zeit mehrmals.

 

 

© Missio Österreich

Leo Maasburg, der über seine Zeit mit Mutter Teresa berichten wird, kennt Mutter Teresa seit vielen Jahren und begleitete sie auf zahlreichen Reisen zwischen Indien und Rom, New York und Moskau. Er stand ihr als Priester und geistlicher Begleiter, Übersetzer und Gesandter für Sondermissionen zur Seite. Nach Mutter Teresas Tod 1997 gehörte Msgr. Dr. Leo Maasburg zu jenem Team, das Mutter Teresas Seligsprechung vorbereitete. Seit 2005 ist Msgr. Dr. Leo Maasburg Präsident der „Päpstlichen Missionswerke in Österreich“. Die ökumenische Gemeinschaft Chemin Neuf hat Monsignore Maasburg zu einem Gesprächsabend über diese die Gemeinde prägende Zeit eingeladen.

Text: Christiane Bertelsmann

 

Ort:   St.-Adalbert-Kirche, Torstraße 168, 10115 Berlin

Zeit:  Samstag, den 04. Oktober 2014, 19.30 Uhr

 

 

Lange Nacht der Religionen in Sankt Adalbert, 06.09.2014

Das Projekt St. Adalbert nimmt am 6. September 2014 an der "Langen Nacht der Religionen" teil, in der Glaubensgemeinschaften in Berlin ihre Türen öffnen und die Bewohner und Besucher der Hauptstadt zur Begegnungeinladen.

Programm

Ab 19.00 Uhr
Öffnung der von Clemens Holzmeister gebauten expressionistischen Kirche (Zugang nur Torstraße 168).

Ab 20.00 Uhr
Konzert von Tarme: „Wenn die Seele mit dem Herzen tanzt"

Es beginnt leise und schon der erste Ton begrüßt einen, als würde man unerwartet einer lang vermissten guten Erinnerung begegnen. Die Stimme der Berliner Sängerin und Songwriterin Tarme streichelt das Publikum mit einem Lächeln. „Was ist es, was uns wirklich vereint?“ lautet eine Zeile. Getragen von den sanften Tönen des Pianos, stimmungsvoll gespielt von Uwe Matschke, beginnt man genau diese Frage im Inneren zu fühlen. Was ist es, was einen bewegt, nachdenklich macht, glücklich oder traurig, was einen lieben oder verzweifeln lässt? Es bleibt nicht bei den Fragen.

Tarme´s Lieder sind poetisch, spirituell, lebensfroh. Zusammen mit dem Pianisten Uwe Matschke ist der Abend ein musikalisch-sinnlicher Hochgenuss.

Ab ca. 21.00 Uhr  Begegnung und Filmclips über das Projekt St. Adalbert im Innenhof

Zeit:                 06. September 2014, 19.00 - 22.00 Uhr.
Ort                   St.-Adalbert-Kirche, Torstraße 168, 10115 Berlin.

 

Vorschau Veranstaltungen Herbst 2014:

4.10.14, 19.30 Uhr     Msgr. Dr. Leo Maasburg:
                                     Mutter Teresa – Vermächtnis und Hoffnung


Der Präsident von missio Österreich, Msgr. Dr. Leo Maasburg, erzählt von persönlichen Begegnungen mit Mutter Teresa.
Von 1981 bis 1991 hatten die Missionarinnen der Nächstenliebe in St. Adalbert ihr Zuhause und Mutter Teresa war dreimal in St. Adalbert zu Gast.

 

20.11.14, 19.30 Uhr    Stadtgespräch Sankt Adalbert: 25 Jahre Mauerfall

Podiumsgäste: Wolfgang Thierse, Weihbischof em. Wolfgang Weider, Propst iR. Dr. Karl-Heinrich Lütcke, Pfarrer Thomas Jeutner (Versöhnungkirche) u.a., Einheit ist ein Wunder, das jedoch nicht vom Himmel fällt: Was passierte vor 25 Jahren und wo stehen wir heute im Blick auf Ost-West?

 

„Wir haben auf dem gemeinsamen Weg schon viel erreicht“

Kardinal Walter Kasper und der evangelische Bischof Christian Krause zeigten sich beim Gesprächsabend in St. Adalbert als engagierte Streiter für die Ökumene

Grund, zu feiern und zurückzuschauen: Bereits seit 20 Jahren hat die Gemeinschaft Chemin Neuf in der Gemeinde Herz Jesu Berlin und damit auch in St. Adalbert eine Heimat gefunden. Zahlreiche Gemeindeglieder und Gäste hatten sich am 14. Juni 2014 in der St. Adalbert-Kirche, Berlin Mitte, getroffen.

Passend eingestimmt auf das Thema Ökumene wurden die Gäste durch ein festliches Abendlob der Gemeinschaft Chemin Neuf und die Vorführung eines Filmes von Silvère Lang. Der Filmemacher hatte Kardinal Kasper über 18 Monate mit der Kamera begleitet und skizziert den Einsatz Kaspers für die Ökumene in einem ebenso beeindruckenden wie informativen filmischen Portrait. Im sich anschließenden Gespräch zwischen Kardinal Walter Kasper und Bischof Christian Krause, der sich als ehemaliger Präsident des Lutherischen Weltbundes schon seit Jahrzehnten für die Ökumene stark macht, zeigten sich beide über die Fortschritte der Annäherung beider christlicher Konfessionen erfreut.

Projekte wie St. Adalbert seien für den gemeinsamen Weg besonders wichtig und unterstützenswert. „Solche Gemeinschaften haben eine Vorläufer-Funktion, sie setzen wichtige Signale“, betonte der Kardinal. Bischof Krause ergänzte: „Es gibt kaum einen anderen Ort so intim geteilter Spiritualität wie in den geistlichen Gemeinschaften.“

Nach wie vor als „Schmerzpunkt“ bezeichnete Kardinal Kasper die Unmöglichkeit, das Abendmahl gemeinsam als evangelische und katholische Christen zu feiern. Das widerspreche dem Bild der Gastfreundschaft am Tisch des Herrn, meinte auch Bischof Krause: „Leute, hier müssen wir weiterkommen“, so sein Appell.

Ausblickend auf dem 500-Jährige Jubiläum der Reformation im Jahr 2017 äußerte Krause den Wunsch, dass dieses Fest ein gemeinsames Fest werde. „Wir brauchen einander“, sagte Kardinal Kasper. Ein starkes Statement an einem für die Zukunft der Ökumene richtungsweisenden Abend.

Text: Christiane Bertelsmann

EIn Leben für die Ökumene -

Kardinal Kasper

Zu Gast in St. Adalbert: Walter Kardinal Kasper
im Gespräch mit Bischof Christian Krause

Seit nunmehr 20 Jahren hat die ökumenische Gemeinschaft Chemin Neuf in der Gemeinde Herz-Jesu in Berlin eine Heimat gefunden. Aus diesem Anlass reist Kardinal Walter Kasper aus Rom an, um mit dem evangelischen Bischof Christian Krause im Ökumenischen Zentrum Sankt Adalbert über die Entwicklung der Ökumene sprechen. Kardinal Kasper ist einer der bedeutendsten Theologen der Gegenwart und ehemaliger Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen. Christian Krause, ehemaliger Präsident des lutherischen Weltbundes, gilt als engagierter Förderer des ökumenischen Dialogs. Die Gemeinschaft Chemin Neuf („Neuer Weg“) entstand vor mehr als 40 Jahren in Frankreich. Priester, Laien, Ehepaare und Zölibatäre katholischer, evangelischer, freikirchlicher oder orthodoxer Glaubensausrichtung leben und arbeiten hier gemeinsam. Vor 20 Jahren sandte der inzwischen verstorbene Kardinal Sterzinsky die Gemeinschaft Chemin Neuf in die Herz-Jesu-Gemeinde in Berlin. Sie übernahm dort die Leitung der Gemeinde.  

Im Rahmen der Feierlichkeiten zum Jubiläum zeigt die Gemeinschaft vor dem Gespräch zwischen Kardinal Kasper und Bischof Krause den Film „Ein Leben für die Ökumene“ von Silvère Lang. Der Film ist aus einer Begegnung von Kardinal Walter Kasper und Regisseur Silvère Lang 2011 in Berlin entstanden. 18 Monate lang begleitete Regisseur Lang Kardinal Kasper zu bedeutenden Orten der Ökumene in Rom sowie in Kaspers Heimatort Wangen im Allgäu. Am Sonntag wird dann in der Gemeinde Herz Jesu gefeiert: mit einem festlichen Gottesdienst um 10.30 Uhr und anschließendem Mittagessen und Programm, das für jedermann offen ist.

Veranstaltungsort für die Feierlichkeiten ist am Samstag die zur Herz-Jesu-Gemeinde gehörende Sankt-Adalbert-Kirche. Die Gemeinschaft Chemin Neuf plant hier eine ökumenische Wohn- und Begegnungsstätte speziell für junge Menschen und Studierende. Der Fokus der Gemeinschaft Chemin Neuf liegt unter anderem auf der Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die denkmalgeschützte katholische Kirche Sankt Adalbert in der Torstraße 168 im Berliner Bezirk Mitte soll den Zwecken eines offenen Jugendklosters und einer Begegnungsstätte entsprechend umgebaut werden. Als besonderes bauliches Element sieht das zuständige Architekturbüro Welp eine Gebetshütte auf dem Dach des Wohnhauses vor. Die auf etwa 4,8 Millionen Euro geschätzten Kosten werden durch Spenden finanziert. Der Baubeginn ist für 2016 geplant. 

Text: Christiane Bertelsmann.

14. Juni, 18.00 Uhr - 21.30 Uhr, St. Adalbert Kirche, Torstraße 168, 10115 Berlin 

Diese Veranstaltung findet in Kooperation mit der Katholischen Akademie statt und ist auch der Auftakt der Feier "20 Jahre Gemeinschaft Chemin Neuf im Dienst der Gemeinde Herz Jesu!"
 

18.00 Uhr  Festliches Abendlob
 
18.30 Uhr  Empfang und Imbiss

19.30 Uhr  Begrüßung durch Pater Gerold Jäger
                   anschließend der Film „Ein Leben für die Ökumene“ von Silvère Lang

20.30 Uhr  Gespräch von Walter Kardinal Kasper und Bischof Christian Krause
                   Moderation: Joachim Hake, Direktor der Katholischen Akademie in Berlin

21.30 Uhr  Ende der Veranstaltung

 

 

Reden, zuhören, vermitteln, handeln

„Was die Stadt zusammenhält!“ – Lebhafte Diskussionsrunde mit Vertretern aus Kirche und Stadt - Teilnehmer einigten sich auf Vorgehensmaximen

Berlin - Lissy Eichert brachte es auf den Punkt: „Als Kirche haben wir eine Vermittler-Rolle.“ Die Neuköllner Pastoralreferentin war eine der fünf Teilnehmer der Podiumsdiskussion im Ökumenischen Zentrum Sankt Adalbert am 7. Mai 2014. Der Gesprächsabend fand im Rahmen der Reihe „Geist für die Metropole“ statt und wurde vom Projektteam Sankt Adalbert veranstaltet. Am Standort Sankt Adalbert und den angrenzenden gemeindeeigenen Gebäuden plant die Gemeinschaft Chemin Neuf den Bau eines Jugendklosters und eines ökumenischen Zentrums. Gesprächsabende wie dieser geben einen Eindruck davon, was künftig hier stattfinden wird.

Neben Lissy Eichert hatte das Projektteam Sankt Adalbert Harald Sommerfeld von der mitveranstaltenden ökumenischen Initiative „Gemeinsam für Berlin“ und – als Polizist unschwer an seiner Uniform zu erkennen-  Michael Krömer (Direktor beim Polizeipräsidenten) eingeladen. Außerdem gehörten zwei Gäste aus der Politik zum Podium: Christian Hanke, Bezirksbürgermeister in Berlin Mitte, und Ramona Pop, Berliner Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/DIE GRÜNEN - übrigens beide katholische Christen. Professionell und unterhaltsam moderiert wurde der Abend von Hans-Joachim Ditz, Geschäftsführer des ebenfalls mitveranstaltenden Ökumenischen Rats Berlin-Brandenburg.

Was die Stadt zusammenhält – mit diesem Thema beschäftigten sich die fünf Diskussionsteilnehmer. Und erarbeiteten zunächst die neuralgischen Themen: Die Flüchtlingsproblematik, die mangelnde Chancengleichheit bei Kinder und Jugendlichen, der Alexanderplatz als Ort, für den sich niemand so recht verantwortlich fühlt, Kirchenasyl und Obdachlosigkeit, Gentrifizierung und die rasend schnelle Veränderung in den Berliner Bezirken. Besonders die beiden Politiker bekannten Farbe: „Ich will keinen Bezirk Mitte, in dem die Armen in die Randbezirke gedrängt werden, weil sie sich die Mieten hier nicht mehr leisten können“, betonte Bezirksbürgermeister Hanke. Ramona Pop beobachtete kritisch die Zunahme von kommerziell genutzten Flächen im Bezirk Berlin Mitte und lobte in diesem Zusammenhang Projekte wie Sankt Adalbert: „Ein Ort, wo man etwas ausprobieren kann, der Menschen zusammenbringt, die sich sonst nicht treffen würden.

 

 

Und schnell wurden Beispiele gelungenen gemeinsamen Handelns gesucht und gefunden: Harald Sommerfeld und Polizeivertreter Krömer erinnerten an eine Aktion, bei der Jugendliche aus Spandau und Polizisten eine Nachtwanderung gemacht hatten. Das Verhältnis der beiden Gruppen war vorher sehr problematisch gewesen, doch nach der gemeinsamen Aktion sei „der soziale Frieden wieder hergestellt gewesen“, so Sommerfeld. „Wir als Polizei sind Teil dieser Stadt“, ergänzte Krömer, „Wir müssen reden, aber auch zuhören.“

Lissy Eichert, die als Pastoralreferentin in Nord-Neukölln sowohl mit der Arbeit mit Flüchtlingen als auch mit Obdachlosen  betraut ist, stellte selbstkritisch die Frage, inwiefern Kirchengemeinden die Funktion eines „sozialen Kitts“ haben können. Und beantwortete sie gleich selbst: Ja – aber vor allem in Kooperation mit anderen. Obdachlosen Wohnung und Arbeit zu geben, sie zu behausen, sei wichtig, aber reiche oft nicht. Aber wenn man ihnen Zeit widme, dann könne das, was verletzt wurde, wieder heilen. Nicht selten höre sie in solchen Fällen: Ihr habt mir meine Würde wieder gegeben. Um das zu erreichen, brauche man viel Geduld – und gute Partner.

„Uns hält zusammen, dass wir Regeln haben“, so Bezirksbürgermeister Hanke. Eine starke Zivilgesellschaft müsse sich engagieren – und zwar milieuübergreifend. Nicht nur reden, sondern auch handeln müsse man, so die Meinung von Ramona Pop. „Etwas tun – und wenn das darin besteht, dass ich ein Blumenbeet vor meiner Haustüre anlege.“

Netzwerke bilden, Gemeinschaften stiften – das waren die Tipps von Harald Sommerfeld für besseren Zusammenhalt in der Stadt. Und Lissy Eichert fügte hinzu: „Als Kirche müssen wir die Stimme erheben und mutig im Dialog nach vorne gehen.“

Der Abend in Sankt Adalbert war der beste Beweis dafür, wie gut das gelingen kann.

Text: Christiane Bertelsmann

 

Nächster Termin der Gesprächsreihe „Geist für die Metropole“

14. Juni 2014, 19.30 Uhr, Sankt Adalbert, Torstr. 168, Berlin Mitte:

"Ein Leben für die Ökumene" Ein Film von Silvère Lang mit anschließendem Gespräch zwischen

Walter Kardinal Kasper, ehemaliger Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, und Christian Krause, ehemaliger Vorsitzender des Lutherischen Weltbundes.

Moderation Dr. Joachim Hake.                                                                                                                                      Ein Abend in Kooperation mit der Katholischen Akademie Berlin.

Aus Anlass des 20. Jahrestages der Gemeinschaft Chemin Neuf in der Herz-Jesu-Gemeinde um 18.00 Uhr Abendlob und Empfang.

 

Stadtgespräch Sankt Adalbert: Was die Stadt zusammenhält!

7. Mai 2014, 20 Uhr: Podiumsgespräch im Rahmen der Reihe „Geist für die Metropole“
mit engagierten Vertretern aus
Stadt und Kirche

Berlin – In einer Metropole wie Berlin ist das Zusammenleben nicht selten eine Herausforderung. Und doch sind es häufig gerade strittige Punkte, die Bürgerinnen und Bürger der Stadt näher zusammenrücken lassen. Durch kontrovers geführte Diskussionen bilden sich eigene Standpunkte deutlicher heraus und das Gefühl, in einer Gemeinschaft zu leben, die Halt bietet, wird stärker.

Was die Stadt zusammenhält – darüber diskutieren engagierte Vertreter aus Kirche und Stadt am 7. Mai in Sankt Adalbert – mitten in Berlin-Mitte. Fragen wie die nach dem Umgang mit den Flüchtlingen in unserer Stadt, mit Gewalt – zum Beispiel im Zusammenhang mit dem 1. Mai, nach Miet- und Wohnungsproblematik und interkulturelle Integration wollen die Diskussionsteilnehmer stellen und beantworten. Der Gesprächsabend findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Geist für die Metropole“ statt.

Sankt Adalbert, zukünftiges Jugendkloster und ökumenische Begegnungsstätte, bietet für Gespräche und Begegnungen dieser Art den richtigen Rahmen. Die Gemeinschaft Chemin Neuf plant an diesem Standort in der Torstraße mitten in Berlin-Mitte eine ökumenische Wohn- und Begegnungsstätte speziell für junge Menschen und Studierende. Der Fokus der Gemeinschaft Chemin Neuf liegt auf der Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen und unter anderem dem Angebot, gemeinschaftliches Leben zu teilen. Die denkmalgeschützte katholische Kirche Sankt Adalbert in der Torstraße 168 im Berliner Bezirk Mitte soll entsprechend umgebaut werden. Als besonderes bauliches Element sieht das zuständige Architekturbüro Welp eine Gebetshütte auf dem Dach des Wohnhauses vor. Die auf etwa 4,8 Millionen Euro geschätzten Kosten werden vollkommen durch Spenden finanziert. Der Baubeginn ist für 2016 geplant.

Text: Christiane Bertelsmann

Informationen:

„Stadtgespräch Sankt Adalbert: Was die Stadt zusammenhält"

Podiumsgespräch mit Vertretern aus Stadt und Kirche:

  • Dr. Christian Hanke, Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte
  • Ramona Pop, Berliner Abgeordnete aus Mitte
  • Michael Krömer, Direktor beim Polizeipräsidenten Berlin-Mitte
  • Lissy Eichert, Pastoralreferentin „Kirche im Sozialen Brennpunkt“
  • Harald Sommerfeld, Vorsitzender der Initiative 'Gemeinsam für Berlin'

Moderation: Hans-Joachim Ditz, Geschäftsführer Ökumenischer Rat Berlin-Brandenburg.

Ein Abend in Kooperation mit 'Gemeinsam für Berlin' und dem Ökumenischen Rat Berlin-Brandenburg.

 

 

„Eine der großen Segenserfahrungen unserer Zeit“

Ehemaliger Bischof Wolfgang Huber betont bei Gesprächsabend in Sankt Adalbert die Wichtigkeit kommunitärer Lebensformen.

Claudia Nothelle brachte es auf den Punkt: „Es geht um die Vermittung von Haltung“, sagte die Programmdirektorin des RBB, „Darum, auf dem Fundament des Glaubens Haltung zu finden und seinen Lebensweg gehen zu können.“ Die katholische Theologin gehört fest zum Kreis der Unterstützer des Projektes Sankt Adalbert. Die ökumenische Gemeinschaft Chemin Neuf will in der Kirche Sankt Adalbert und den angrenzenden Gemeinderäumen in der Berliner Torstraße ein Jugendkloster und eine ökumenische Begegnungsstätte einrichten. Erlebbares Zeichen für den Projektbeginn ist eine Reihe von Gesprächsabenden in der Kirche.

Am vergangenen Mittwoch führte Wolfgang Huber, ebenfalls Projekt-Unterstützer und ehemaliger Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, in einem eindrucksvollen Vortrag aus, welche Chancen und Herausforderungen kommunitäre Lebensformen – wie die der Gemeinschaft Chemin Neuf - in einer Großstadt wie Berlin haben.

Berlin als „Welthauptstadt des Atheismus“ zu bezeichnet, wie das oft geschehe, sei nicht ganz korrekt, so Huber. Eine Kirchenferne schließe religiöse Suchbewegungen nicht aus. Viele Menschen seien auf der Suche nach religiösen Oasen in der turbulenten Stadt. Die Verlässlichkeit der Lebens- und Gebetsrhythmen der Kommunitäten böten ein gutes Gegengewicht zum unregelmäßigen und schnellen Rhythmus  einer Metropole. Huber wies jedoch auch auf die Gefahr hin, vom „schnellen Rhythmus der Stadt zerrieben“ zu werden.

Zahlreiche Gemeinschaften wie etwa die Jesuitenkommunitäten, die Karmelitinnen oder die evangelische Kommunität Don Camillo beweisen, dass kommunitäres Leben und eine Existenz in großstädtischen Zusammenhängen kein Widerspruch sein müssen. „Glaube wirkt dann gewinnend, wenn er eine überzeugende Lebensform annimmt“, betonte der Theologe. Kommunitäres Leben sei eine wichtige Form der geistigen Existenz.  „Die Ansiedlungen von Kommunitäten in der Mitte der Stadt ist für mich eine der großen Segenserfahrungen unserer Zeit“, sagte der Theologe.

Im Anschluss an die Diskussion konnten die Gäste beim gemeinsamen Abendgebet und dem Empfang ein Stück kommunitären Lebens nachempfinden.

Text: Christiane Bertelsmann

 

Nächste Termine: 


7. Mai 2014, 20 Uhr "Stadtgespräch Sankt Adalbert: Was die Stadt zusammenhält"

Podiumsgespräch mit engagierten Vertretern aus Stadt und Kirche, u.a.

Dr. Christian Hanke, Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte,
Lissy Eichert, Pastoralreferentin und Vorsitzende des Ausschusses Migration und Integration des Diözesanrates,
Harald Sommerfeld, Vorsitzender der Initiative 'Gemeinsam für Berlin'.

Ein Abend in Kooperation mit 'Gemeinsam für Berlin' und dem Ökumenischen Rat Berlin-Brandenburg.

 

14. Juni 2014, 19.30 Uhr "Ein Leben für die Ökumene"

Ein Film von Silvère Lang mit anschließendem Gespräch zwischen

Walter Kardinal Kasper, ehemaliger Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, und Christian Krause, ehemaliger Vorsitzender des Lutherischen Weltbundes.

Moderation Dr. Joachim Hake.

Ein Abend in Kooperation mit der Katholischen Akademie Berlin.

Aus Anlass der 20 Jahre Gemeinschaft Chemin Neuf in der Herz-Jesu-Gemeinde um 18.00 Uhr Abendlob und Empfang.

 

Wolfgang Huber in St. Adalbert

 

Kommunitäres Leben in der Mitte der Stadt – Impulse und Hoffnungen

 

12. März 2014, 20 Uhr:  Vortragsveranstaltung mit dem Theologen und ehemaligen Bischof Wolfgang Huber im ökumenischen Zentrum Sankt Adalbert

Berlin – Eine christlich ausgerichtete Lebensgemeinschaft mit regelmäßigen täglichen Gebetszeiten und Gottesdienstbesuchen ist nicht unbedingt das, was man mitten in Berlin erwartet. Und doch gibt es kommunitäres Leben in der Stadt - Menschen, die in einer Gemeinschaft nach festen religiösen Regeln zusammenleben und sich dabei sehr wohl fühlen. Wolfgang Huber, Theologe und ehemaliger Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, gibt in einem von der Gemeinschaft Chemin Neuf veranstalteten Vortrag am 12. März 2014 um 20 Uhr im ökumenischen Zentrum Sankt Adalbert (Torstraße 168, Berlin Mitte) Einblicke in das kommunitäre Leben in der Stadt, das seiner Erfahrung nach im Aufschwung begriffen ist.

„In Berlin kann man verloren gehen - nicht nur, weil man sich in den Straßen verirrt, sondern weil man auch bei der religiösen Suche nicht mehr weiter weiß“, so Wolfgang Huber, „Die Gründung von Kommunitäten in der Mitte Berlins ist deshalb nicht so erstaunlich, wie sie manchen erscheint. In der Vielfalt des Lebens in der Stadt vervielfältigt sich auch das religiöse Leben. Der Glauben braucht Orte und diese entfalten neue Anziehungskraft.“

Einer dieser Orte soll in Sankt Adalbert entstehen. Die ökumenische Gemeinschaft Chemin Neuf plant hier eine ökumenische Wohn- und Begegnungsstätte speziell für junge Menschen und Studierende. Der Fokus der Gemeinschaft Chemin Neuf liegt auf der Arbeit mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen, die häufig in kommunitären Zusammenhängen leben.  Die denkmalgeschützte katholische Kirche Sankt Adalbert in der Torstraße 168 im Berliner Bezirk Mitte soll entsprechend umgebaut werden. Als besonderes bauliches Element sieht das zuständige Architekturbüro Welp eine Gebetshütte auf dem Dach des Wohnhauses vor. Die auf etwa 4,8 Millionen Euro geschätzten Kosten werden vollkommen durch Spenden finanziert. Der Baubeginn ist für 2016 geplant.

 

Überblick:

Kommunitäres Leben in der Mitte der Stadt – Impulse und Hoffnungen

Vortrag von Wolfgang Huber, ehemaliger Bischof der Evangelischen Kirche Berlin- Brandenburg-Schlesische Oberlausitz, mit anschließender Diskussion

Zeit: 12. März 2014, 20 Uhr

Ort: Sankt Adalbert, Torstraße 168, Berlin Mitte

 

Bei Nachfragen:

Susanne Scharabi, Projektbüro Sankt Adalbert, Tel. 030/ 61629894, mail: s.scharabi@sankt-adalbert.net

 

Ein Leuchtfeuer für den Glauben

copyright Martin Kirchner

Gelungene Auftaktveranstaltung des Projektes Sankt Adalbert

Geist für die Metropole - die Idee nimmt Gestalt an. Dieser Überzeugung war wohl jeder, der am Donnerstag Gast bei der Auftaktveranstaltung in Sankt Adalbert war. Mitten in Berlin Mitte, an der Torstraße, will die ökumenische Gemeinschaft Chemin Neuf ein neues geistliches Zentrum entstehen lassen. Ein Ort der Ruhe und inneren Einkehr im Herzen einer vitalen, bunten Stadt. „In dieser jungen, quicklebendigen Mitte ist das genau richtig“, sagte auch Pröpstin Friederike von Kirchbach, die das Projekt unterstützt.

Zahlreiche Gemeindemitglieder der katholischen Gemeinde Herz Jesu, Nachbar und Gäste waren in den Kirchraum der denkmalgeschützten katholischen Kirche Sankt Adalbert gekommen, um sich über das Bauvorhaben zu informieren und im Anschluss den von Mitgliedern der Gemeinschaft gesungenen Evensong – ein aus der Tradition der Angelikanischen Kirche stammendes Abendgebet - zu hören und selbst mitzusingen.

Neben Weihbischof Matthias Heinrich, Pröpstin Friederike von Kirchbach und Pfarrer Axel Nehlsen (Gemeinsam für Berlin e. V.) wies Schirmherr Wolfgang Thierse auf die Bedeutung des Projektes für die Stadt hin. Kirchenvorstand Joachim Natterer verdeutlichte die Rolle der Gemeinde Herz Jesu als wichtigen Partner. Susanne Scharabi vom Projektbüro Sankt Adalbert und Pater Gerold Jäger führten in den Abend ein. Moderiert wurde die Präsentation von Bettina Peter von der Gemeinschaft Chemin Neuf und Pater Jacek Mleczko, Pfarrer in der Gemeinde Herz Jesu.

copyright Martin Kirchner

Architekt Uwe Welp erläuterte anschaulich die Bauvorhaben. Geplant ist zum einen ein ökumenisches Zentrum, „ein Ort für Gebet, Begegnung und Bildung“, wie Pater Gerold von der Gemeinschaft Chemin Neuf betonte. Zum anderen soll das zu dem Ensemble gehörende Gründerzeit-Wohnhaus zu einem Studierenden-Wohnheim umgebaut werden. Da bei Chemin Neuf gemeinsame Mahlzeiten, Gottesdienste und Einkehr-Wochenenden verbindlich zum geistlichen Alltag dazu gehören, wird das Wohnheim den Charakter eines Jugendklosters haben, das sich allerdings zur Stadt hin öffnet.

Architektonisch wird dies durch eine Besonderheit unterstützt: die Gebetshütte auf dem Dach des Gebäudes. „Da haben wir uns von der Tradition der jüdischen Laubhütten inspirieren lassen“, erklärte Architekt Welp in seiner Präsentation. Hoch über den Dächern Berlins kann man dann auch im Gebet immer noch den Bezug zur Stadt finden.

Für die Ökumene sind die Bauvorhaben in Sankt Adalbert ein wichtiges Signal. „Die Christen der Zukunft müssen ökumenisch sein, wenn sie sichtbar bleiben wollen“, so Pröpstin von Kirchbach. „Wir brauchen Modelle gelebter Frömmigkeit in der Stadt, damit der Glaube ein neues Leuchtfeuer bekommt“, sagte ihr Mitstreiter in Ökumene-Fragen, Pfarrer Axel Nehlsen.

Doch jetzt gilt es zunächst, Geld zu sammeln. Die veranschlagten Kosten von 4,8 Millionen Euro sollen durch Spenden eingeworben werden. 15 Prozent konnten bereits durch eine größere Spende gedeckt werden. Schirmherr Wolfgang Thierse ist optimistisch: „Beim Neubau des Berliner Schlosses ist bislang nur ein Bruchteil der Kosten eingeworben und man macht dennoch weiter. Das sollte uns in Sankt Adalbert Mut machen.“ Weihbischof Heinrich ergänzte: „Das ist ein Weg, den wir mit christlicher Zuversicht gehen sollten.“

Text: Christiane Bertelsmann

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